Die Hallstattzeit Kulturepoche

Die Blütezeit der Heuneburg liegt in der Eisenzeit, die in Europa von mehreren großen Kulturbereichen geprägt war. Der Südwesten Deutschlands und damit auch die Heuneburg sind in der Blütezeit der Stadt dem westlichen Hallstattkreis zuzuordnen.

Bild-Unterschrift Die Hallstattkultur wurde in einen östlichen und einen westlichen Kreis unterteilt

Die Hallstattkultur

Da in der Eisenzeit nördlich der Alpen keine schriftlichen Hinterlassenschaften vorliegen, werden die Regionen aufgrund von archäologischen Zeugnissen unter anderem nach Fundorten, Landschaften oder Grabformen bezeichnet. Die Heuneburg in ihrer Blütezeit im 6. Jahrhundert ist der Hallstattkultur zuzuweisen, die sich grob von Nordostfrankreich bis in den Nordwesten des Balkans erstreckte. Benannt ist die Kultur nach dem Ort Hallstatt in Oberösterreich, wo im 19. Jahrhundert ein eisenzeitliches Gräberfeld entdeckt worden war.

Die frühkeltische Epoche

Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. spricht man in Südwestdeutschland auch von einer frühkeltischen Epoche. Dominiert wird diese von sogenannten „Fürstensitzen“, also befestigten Höhensiedlungen wie der Heuneburg oder Mont Lassois in Südfrankreich. Bei den Bestattungen der sozialen Elite dominierten Grabhügel, in denen die Angehörigen prunkvoll in Kammergräbern mit Wagen, Waffen, Goldschmuck oder weiteren Statusobjekten beigesetzt wurden. Bei der Heuneburg sind das Bettelbühlgrab oder der Hohmichele zu nennen.

 

Modell der keltischen Heuneburg

Bild-Unterschrift Ein Modell der Heuneburg zeigt den Aufbau der Lehmziegelmauer im 5.-6. Jahrhundert vor Christus

Architektonische und handwerkliche Einflüsse

Auf der Heuneburg zeugen Funde von einem starken Einfluss aus dem mediterranen Raum. So stammt etwa die Bautechnik der Lehmziegelmauer aus dieser Region, womit sie nördlich der Alpen in der Hallstattzeit einzigartig war. Daneben gelangten Materialien wie Bernstein, Sapropelit oder Koralle über den Fernhandel auf die Heuneburg. Dank der Vernetzung gelang zudem architektonisches und handwerkliches Knowhow wie der Einsatz der Töpferdrehscheibe oder die Filigrantechnik bei der Verzierung des Goldschmucks in das heutige Oberschwaben.

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