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Heuneburg – Stadt Pyrene
Heuneburg, Steintor

Eingang zur FestungDas Steintor

Mit Wällen, Gräben und Palisaden wurde die Heuneburg ein sicherer Wohn- und Handelssitz. Lange Zeit hielt man die Wälle bei der Vorburg für mittelalterliche Aufschüttungen, doch schon im 6. Jahrhundert v. Chr. stand hier ein Schutzwall mit einem gewaltigen repräsentativen Steintor.

Heuneburg – Stadt Pyrene, Mauerwerk der Doppeltoranlage mit rekonstruiertem Torumriss

Mauerwerk der Doppeltoranlage.

Einzigartige Bauweise

Durch das fast 16 Meter lange und 10 Meter breite Torhaus gelangten Bewohner und Besucher in die Vorburg und auf das Plateau. Aufgrund seiner beeindruckenden Größe war die repräsentative Toranlage im 6. Jahrhundert v. Chr. im gesamten Raum nördlich der Alpen einzigartig. Die Form der Anlage erinnert an Kammertore, wie sie aus dem Mittelmeerraum bekannt sind. Die Torgasse war etwas mehr als 7 Meter breit, doch durch die eingebauten Querriegel verengte sich der Durchgang auf 2,50 Meter.

Heuneburg – Stadt Pyrene, Mauerwerk der Doppeltoranlage mit rekonstruiertem Torumriss

Mauerwerk der Doppeltoranlage von oben.

Geniale Konstruktion

Das Torgebäude besaß wie die Befestigungsmauer auf dem Plateau einen Steinsockel und einen Aufbau aus Lehmziegeln, von denen noch einige verbrannte Exemplare im Abbruchschutt zu finden waren. Der Bau zeigt eine qualitätsvolle Bearbeitung in ausgereifter Steinmetztechnik, die für ein hohes handwerkliches Können spricht. Ein Mauerzug neben der Ostwange des Tores lässt einen Treppenbau vermuten, der den Zugang zum Wehrgang des Schutzwalls ermöglichte. Bei den Besuchern der Keltenstadt hinterließ das monumentale Torhaus mit Wall und Graben sicherlich einen imposanten Eindruck.

Heuneburg, Steintor

Die heutige Rekonstruktion des Steintors liegt über dem abgedeckten originalen Steinsockel.

Die heutige Rekonstruktion

Das Ensemble aus Torhaus, Wall und Graben war eine Machtdemonstration mit monumentaler Außenwirkung. Die exotische und einzigartige Bautechnik ist ein Indiz für die Rolle der Heuneburg als überregionales Machtzentrum, das eine beachtliche Faszination auf die Menschen ausgeübt haben dürfte. Das Steinfundament der Toranlage wurde am Eingang rekonstruiert, direkt oberhalb des abgedeckten originalen Steinsockels. Eine Stahlsilhouette über dem Fundament, der vorgelagerte Graben und eine Holzbrücke ergänzen den Nachbau, so dass das ursprüngliche Erscheinungsbild des Eingangs zur Keltenstadt heute wieder nachvollziehbar ist.