Rund um die Heuneburg Archäologischer Lehrpfad

Die Umgebung der Heuneburg zeichnet sich aus durch eine große Anzahl an Grabhügeln und weiteren archäologischen Entdeckungen. Seit 1993 sind diese Denkmale, das Keltenmuseum und die Heuneburg – Stadt Pyrene durch einen acht Kilometer langen Wanderweg miteinander verbunden. Der rote Pfeil markiert den Rundweg entsprechend der Tafelnummerierung, der weiße Pfeil den Rückweg.

AUF DEN SPUREN DER KELTEN

Der Rundweg führt durch eine der eindrucksvollsten archäologischen Landschaften in Süddeutschland. An elf Stationen geben Informationstafeln des Landesamtes für Denkmalpflege Auskunft über die jeweiligen archäologischen Fundstellen. Der gesamte Weg ist in zwei bis drei Stunden zu bewältigen. Ein Faltblatt zum Wanderweg liegt im Keltenmuseum Heuneburg (Station 1: Heuneburg-Museum) und auf der Heuneburg – Stadt Pyrene (im Plan als Freilichtmuseum Heuneburg gekennzeichnet) bereit. Die Pflege sowie Instandhaltung des Archäologischen Wanderwegs hat der Verein Heuneburgmuseum e.V. übernommen.

Hinweisschild des Rundwanderwegs: Der rote Pfeil führt zur nächsten Station.

Heuneburg - Stadt Pyrene, Herbertingen Heuneburgmuseum

Vor dem Rundgang lohnt ein Besuch im Heuneburg-Museum.

Station 1: Das Heuneburg-Museum

Der Rundgang beginnt am Heuneburg-Museum in Hundersingen. Untergebracht ist das Museum in der ehemaligen Zehntscheune des Klosters Heiligkreuztal. In der Dauerausstellung werden originale Funde jahrelanger Ausgrabungen rund um die Heuneburg ausgestellt. Informative Texttafeln sowie eindrucksvolle Inszenierungen geben spannende Einblicke in das Leben der Kelten. Das Dachgeschoss bietet Platz für wechselnde Sonderausstellungen.

STATION 2 UND 3: VOM GRABHÜGEL ZUR BURGANLAGE

Die ersten Stationen befinden sich bereits kurz hinter Hundersingen. Der frühkeltische Fürstengrabhügel Lehenbühl gehört zu einer Gruppe von Grablegen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Der monumentale Grabhügel hat einen Durchmesser von etwa 65 Metern und ist 4,50 Meter hoch. Nur ein paar hundert Meter weiter liegt die Baumburg. Den Kern des Burghügels bildet vermutlich ein frühkeltischer Großgrabhügel, der im Hochmittelalter zu einer kleinen Burganlage umgestaltet wurde.

STATION 4: SÜDSIEDLUNG UND AUSSENBEFESTIGUNG

Auf dem Höhenrücken zwischen Donau und Soppenbachtal liegen zwei frühkeltische Siedlungen. Diese waren im ausgehenden 7. Jahrhundert v. Chr. zusammen mit der Heuneburg entstanden. Station vier markiert den ehemaligen Standort der sogenannten Südsiedlung. Auf dem Weg Richtung Heuneburg führt der Wanderweg an den Überresten einer winkelförmigen Wall-Graben-Anlage vorbei, die mit einer Länge von 70 Metern als zusätzlicher Schutz für die Hauptangriffsseite der Heuneburg diente.

Grabhügel im Umfeld der Heuneburg - Stadt Pyrene

Zwei der monumentalen Grabhügel.

STATION 7 UND 8: FÜRSTENGRABHÜGEL UND AUSSENSIEDLUNG

400 Meter nordwestlich der Heuneburg erheben sich im Gießübel-Talhau vier frühkeltische Grabhügel. Die bemerkenswertesten Funde aus diesen Gräbern sind eine 31 cm lange bronzene Lanzenspitze, ein Bronzekessel, vier etruskische Perlrandschalen und Teile eines Pferdegeschirrs. Die Gräber befinden sich auf dem Gebiet einer Außensiedlung, die eine Fläche von 100ha umfasst. Gegen Ende des 6. Jahrhunderts v.Chr. wurde die Außensiedlung zusammen mit der Heuneburg gewaltsam zerstört.

Grabhügel im Umfeld der Heuneburg – Stadt Pyrene

Einer er insgesamt 40 Grabhügel.

STATION 9, 10 UND 11: GRABHÜGELFELD UND VIERECKSCHANZE

Nach etwa 2,5 km wird der Fürstengrabhügel Hohmichele erreicht. Mit einem Durchmesser von 85 Metern und einer Höhe von 13,5 Metern gehört er zu den größten Grabhügeln Europas. Er liegt inmitten eines großflächigen Grabhügelfeldes im Wald Speckhau, das heute noch nahezu 40 Grabhügel zählt. Nur unweit davon entfernt befindet sich eine Viereckschanze. Dabei handelt es sich vermutlich um einen dauerhaft bewohnten keltischen Gutshof. Danach führt der Weg über die Felder zurück zum Ausgangspunkt in Hundersingen.

Tipp

Auf der Wegmarkierung des Rundwegs ist der stilisierte Kopf eines bärtigen Silens zu sehen, ein halbmenschliches Pferdewesen aus der griechischen Mythologie. Der Silenskopf kam beim Ausformen einer tönernen Gussform zum Vorschein, die ca. 490 v. Chr. auf der Heuneburg gefertigt worden war und ist ein Beleg für die Verbundenheit der frühkeltischen Kultur mit der Mittelmeerwelt.

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