Durch eine gemeinsame Kultur vereint Die Kelten

Die Menschen der keltischen Stämme gehörten zur ersten namentlich überlieferte Kultur Mitteleuropas. Von den Römern und Griechen als kriegerische Barbaren abgewertet, entwickelten sie tatsächlich ein hoch spezialisiertes Wirtschaftssystem.

Heuneburg – Stadt Pyrene, Rekonstruktion der Werkstätten und Wohnhäuser

Die Kelten setzten sich aus vielen Völkern zusammen.

GAB ES EIN VOLK DER KELTEN?

Der Begriff „Kelten“ stammt von dem griechischen Wort „Keltoi“ und kann als „die Tapferen“ oder „die Kühnen“ übersetzt werden. Während die Griechen und Römer die Kelten als einheitliche Gruppe betrachteten und synonym als Celti, Galli oder Galater bezeichneten, gab es nach aktuellem Forschungsstand kein „Volk der Kelten“. Vielmehr handelte es sich um Gruppierungen unterschiedlicher geographischer Herkunft, die kulturelle Gemeinsamkeiten besaßen und sich vermutlich in einer weitgehend gleichen Sprache unterhielten.

Eine Buchausgabe von 1783 zeigt Cäsar bei seinen Aufschrieben über die gallischen Kriege.

WAS HEISST „KELTISCH“?

Keltische Spuren finden sich in ganz Europa, von Irland über Frankreich und Deutschland bis nach Anatolien. Sprachwissenschaftler oder Archäologen definieren den Begriff „keltisch“ jedoch unterschiedlich. Da die Kelten selbst schriftlos waren, sind Erkenntnisse über deren Lebensweise nur durch antike Berichte zu erlangen. So berichtet etwa der römische Feldherr Julius Cäsar in seinem Kriegsbericht „De bello Gallico“ von den Feldzügen gegen die Gallier, die römische Bezeichnung der keltischen Stämme.

Heuneburg – Stadt Pyrene, Beispielhafter keltischer Webstuhl und Keramik im Freilichtmuseum der Heuneburg

Die Kelten verfügten über ein entwickeltes Wirtschaftssystem.

WIE LEBTEN DIE KELTEN?

Die Kelten züchteten Schweine und Rinder, bauten Getreide an und betrieben eine rege Metallindustrie. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig war die Salzgewinnung. Die Kelten verfügten über ein großes Handelsnetz und unterhielten wirtschaftliche Beziehungen mit Völkern aus dem Mittelmeerraum. In der keltischen Kultur gab es eine große Anzahl an Gottheiten, jeder Gott war dabei für einen bestimmten Bereich des Lebens zuständig. Diese wurden in religiösen Ritualen verehrt, die von sogenannten Druiden abgehalten wurden. 

Ihren grausamen Ruf hatten die Kelten zu Unrecht.

WIE SAHEN GRIECHEN UND RÖMER DIE KELTEN?

Die archäologischen Funde zeugen von einer zivilisierten, handwerklich begabten und mobilen Bevölkerung. Griechische und römische Schriftsteller zeichnen dagegen das Bild eines blutrünstigen, primitiven und grausamen Volkes. Ein Grund für diese negative Sichtweise dürfte der Versuch keltischer Stämme gewesen sein, Delphi und Rom einzunehmen. Vor allem bei den Römern verursachte die Niederlage bei Alia und die Plünderung Roms 387 v. Chr. ein regelrechtes Trauma, das erst mit dem Sieg Caesars über Gallien bei Alesia im Jahr 52 v. Chr. bewältigt werden konnte.

Die Marmor-Statue aus dem frühen 2. Jahrhundert zeigt einen sterbenden Gallier bei der Niederlage gegen die Römer – hier als Illustration von 1755.

WAS WURDE AUS DEN KELTEN?

Die Beziehung zwischen Kelten und Römern war durch Kriege geprägt. Doch es gab zwischen den Kulturen auch einen friedlichen Austausch und verschiedene Bündnisse, was schließlich zu einer Romanisierung der keltischen Kultur führte. Auf den britischen Inseln konnten sich keltische Stämme länger behaupten als auf dem europäischen Festland. In vielen Gebieten der britischen Inseln sind heute noch mehrere keltisch-gälische Sprachen lebendig.

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