Zwischen Eroberungskampf und Kulturaustausch Der Mittelmeerraum zur Zeit der Fürstin

Die Fürstin vom Bettelbühlgrab lebte im 6. Jahrhundert auf der Heuneburg. In dieser Blütezeit trafen Handelsprodukte von weither in der Stadt ein. Doch wie sah der damalige Mittelmeerraum aus, der sowohl von kriegerischen Expansionen als auch von kulturellem Austausch und Handel geprägt war?

Atlasabbildung Perserreich 500 v.Chr.

Eine historische Atlasabbildung von 1923 zeigt, wie weit die Perser um 500 v. Chr. vorgedrungen waren.

DAS ERSTE IMPERIALREICH

Im 6. Jahrhundert entstand das persische Reich der Achämeniden, die erste imperiale Großmacht. Mit ihren Siegen über den berühmten Lyderkönig Krösus und den Babyloniern besetzten die Perser weite Teile des Mittelmeerraumes. Anfang des 5. Jahrhunderts strebten sie nach einer Machterweiterung in Richtung Griechenland. Dieses Unterfangen scheiterte jedoch - nach vielen Jahren kriegerischer Angriffe widersetzten sich die Griechen erfolgreich

Ausschitt eines Schiffsfresco über die Vernetzung im Mittelmeerraum.

ÜBER DEN TELLERRAND

Für die politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Mittelmeerraumes waren besonders die griechischen Siedlungen an der anatolischen Westküste prägend. In Ionien brachten Philosophen wie Thales von Milet oder Pythagoras von Samos die Naturphilosophie auf den Weg. Ein weiterer Verdienst liegt in der Vernetzung des Mittelmeerraumes: Mit ihrer Gründung der Hafenstadt Marseilles konnten die Griechen mit den Kelten regen Handel zu treiben – und damit auch mit den Bewohnern der Heuneburg.

AUF DEM WEG ZUR DEMOKRATIE

Griechenland befand sich im 6. Jahrhundert in der Epoche der Archaik. Kulturell fand 530 v. Chr. der Wechsel von schwarz- zu rotfiguriger Vasenmalerei statt. Politisch war die Entwicklung der Polis, dem Staatsverband und verschiedener Gesetzformen bedeutsam. Von einer Demokratie waren die Griechen jedoch noch weit entfernt – in Sparta herrschte ein Doppelkönigtum, in vielen Siedlungen etablierte sich die Tyrannis. Der Weg für die „athenische Demokratie“ wurde erst im Laufe des 6. Jahrhunderts durch politische Reformen geebnet.

Links ist eine schwarzfigurige Preisamphora aus dem Jahr 566/565 v. Chr. zu sehen, rechts die Innenseite einer Schale aus dem Jahr um 480 v. Chr. mit rotfiguriger Bemalung .

Etruskische Bucchero Schale, Anfang 6. Jhr.

Ein etruskischer Buccherokelch aus dem frühen 6. Jahrhundert v. Chr.

VOM IMPERIUM NOCH WEIT ENTFERNT

Italien wird zu dieser Zeit durch verschiedene Besiedlungen geprägt. Den Norden des Stiefels dominierten die Etrusker, die für ihre kunstvolle Buccero-Keramik sowie die prachtvollen Begräbnisstätten bekannt sind. Im Süden hatten sich griechische Siedlungen niedergelassen, womit sich die griechische Kultur in Italien etablierte. Das 753 v.Chr. gegründete Rom ist als unbedeutendes Königreich noch Jahrhunderte von der imperialen Herrschaft entfernt. Erst ab dem 4. Jahrhundert kommt es zum langsamen Aufstieg Roms.

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